Ostend – Blick in ein jüdisches Viertel

Ostend – Blick in ein jüdisches Viertel


Client:
Jüdisches Museum, Frankfurt am Main
Format:
Dauerausstellung
Größe (qm):
ca. 374 qm
Ort:
Hochbunker Friedberger Anlage 5–6
Laufzeit:
ab 8. Mai 2016

Mai 2016

Die Ausstellung „Ostend. Blick in ein jüdisches Viertel“ wurde im Jahr 2000 als Wechselausstellung über jüdisches Leben im Frankfurter Stadtteil Ostend konzipiert. Etwa zur gleichen Zeit arbeiteten Mitglieder der „Initiative 9. November“ daran, den Hochbunker als Erinnerungsort an die jüdische Stadtgeschichte in Frankfurt zu etablieren. Die nationalsozialistische Stadtregierung hatte den Bunker 1942/43 auf den Fundamenten der seinerzeit größten Synagoge Frankfurts erbaut, die während des November-Pogroms zerstört und danach abgetragen worden war. Das martialische Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg blieb erhalten und ist in seiner Umgebung bis heute ein Fremdkörper, ein „Merkzeichen für die Gewalt, das Leid und den Schrecken“. 2004 beschlossen das Jüdische Museum und die „Initiative 9. November“, die vormalige Wechselausstellung dauerhaft im Erdgeschoss des Hochbunkers zu zeigen. In der Winterpause 2015/16 wurde die Ausstellung überarbeitet. Sie umfasst nun sechs Abteilungen. Diese widmen sich der Geschichte und den Einrichtungen der Israelitischen Religionsgesellschaft, dem Alltagsleben im Ostend, den jüdischen Wohlfahrtseinrichtungen und der gewerblichen Prägung des Viertels. Im Zentrum des Bereichs über die NS-Zeit steht der November-Pogrom und die Massendeportationen vom Sammelplatz an der Großmarkthalle ab Oktober 1941. Nach der Befreiung nahm im Ostend jüdisches Leben einen vorsichtigen Anfang. Mit dem Ostend verbindet sich heute vieles, bezogen auf den Titel der Ausstellung jedoch ist das Stadtviertel vor allem ein Ort des Gedenkens und der Erinnerungen. Mit der Gedenkstätte Neuer Börneplatz an der westlichen Begrenzung, mit der Erinnerungsstätte an der Frankfurter Großmarkthalle, die im vergangenen Jahr eröffnet wurde, den bislang verlegten „Stolpersteinen“, den Gedenktafeln vor längst nicht mehr existenten jüdischen Einrichtungen, Straßennamen und auch jetzt mit der aktualisierten Ausstellung „Ostend. Blick in ein jüdisches Viertel“.

Leistungen: Ausstellungsdesign / Grafik Ausstellung / Grafik Einladung/Plakat/Flyer

Fotos: Norbert Miguletz